INTERVIEW: MACHO MAN mit Christian Ulmen und Aylin Tezel

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Teil 1: Christian Ulmen

 

Macho Man basiert auf den gleichnamigen Roman von Moritz Netenjakob. In der Komödie verliebt sich Daniel, 30 Jahre alt, unsterblich in die junge Türkin namens Aylin. Doch diese Frau für sich zu gewinnen, erweist sich für Daniel als schwierig.

Und das Tolle an der ganzen Sache ist, dass die Geschichte gleichzeitig die Lebensgeschichte des Autors Moritz Netenjakob ist. Man kann als Schauspieler viel intensiver mit der Figur arbeiten, wenn es einen Roman gibt in dem alles so eindrucksvoll beschrieben ist.

 

Wie haben Sie sich für die Rolle vorbereitet?

Für mich ist die Vorbereitung für eine Rolle wie Fahrrad fahren. Die eigene Fantasie lässt gemeinsam mit dem Drehbuch und dem Roman den Film zu Leben erwecken. Wie das funktioniert, kann ich gar nicht genau sagen.

 

Kann man dazu vielleicht Talent sagen?

Ich würde sagen, dass es sich eher um Routine handelt. Es gibt Dinge, die man ohne Worte macht. Wenn jemand das Schwimmen lernt, kann derjenige danach auch nicht genau erklären, wie er das gemacht hat. Theorie hilft dir zwar, aber viele Dinge muss man erfühlen. So ist es auch in der Schauspielerei.

 

Welche Szene hat Ihnen beim Dreh besonders viel Spaß gemacht?

Die Szenen mit Dar Salim haben mir besonders gefallen. Dar Salim ist ein wahnsinnig lustiger Schauspieler mit einem unglaublich gutem Timing. Bei ihm liegt alles in einem einzigen Blick. Natürlich haben auch die Szenen mit den anderen Schauspielern Spaß gemacht. Aber die Art zu Spielen von Dar Salim hat mich beeindruckt und ist mir besonders in Erinnerung geblieben.

 

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Gibt es für Sie denn den typischen Macho?

Ich kann mit den Begrifflichkeiten Macho oder Softie nichts anfangen. Wenn man sich bei Milliarden von Individuen fragt was Männlichkeit oder Weiblichkeit ist, wird man nie eine vernünftige Antwort finden. Sei du selbst und hör auf dich selbst definieren zu wollen.

 

Hatten Sie vor dem Drehbeginn Bedenken, da der Film mit sehr vielen Klischees arbeitet?

Nein, ich hatte keinerlei Berührungsängste mit dem Thema. Macho Man soll ja nicht die Wirklichkeit abbilden, sondern die Geschichte des jungen Liebespaares erzählen und dazu noch lustig sein. Wenn ich vor Klischees Angst hätte, wäre ich als Schauspieler für Komödien gar nicht geeignet.

 

Eine schöne Botschaft.

Wie sagt man so schön? Für jeden Topf gibt es einen Deckel. Man braucht sich nicht für Jemanden verstellen, wenn es nicht passt.

 

In Macho Man stellen sich die deutschen Charaktere manchmal ziemlich unbeholfen an, wobei die türkischen Charaktere doch eine ganz schöne Ecke cooler sind. Woran kann das liegen?

Das ist mir so gar nicht aufgefallen. Klar, es gibt immer bestimmte Menschen die sich seltsam verhalten. Zum Beispiel der Vater von Daniel, der sich ein Körperspray wünscht, dass nach Knoblauch riecht, um den türkischen Mitmenschen zu gefallen. Aber Filme erzählen ja Geschichten von Figuren. In Macho Man waren die deutschen Charaktere vielleicht unbeholfen. Aber in der Realität empfinde ich das nicht so.

 

Zum Schluss also: Wann ist der Mann ein Mann?

Wenn er sich diese Frage nicht mehr stellen muss, dann ist der Mann ein Mann.

 

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Teil 2: Aylin Tezel

 

Die Aylin im Film verliebt sich in Daniel, ein Frauenversteher ohne große Muskeln und mit einem leichten Händedruck. Was braucht es wirklich, um ein richtiger Mann zu sein?

Für mich ist es wichtig, dass man man selbst ist. Sobald ein Mensch eine Maske aufsetzt, wirkt es auf mich eher lächerlich. Ich würde sagen, Attraktivität entsteht dadurch dass man eine gewisse Stärke besitzt aber sich nicht zu schade ist auch Schwäche zu zeigen.

 

In Macho Man wirken die deutschen Charaktere manchmal leicht unbeholfen. Wie wirkt das auf Sie?

Dadurch, dass ich mit zwei Nationen, zwei Religionen und zwei Kulturen aufgewachsen bin, tue ich mich wahnsinnig schwer mit dem Schubladen-Denken. Für mich kommt es auf den Menschen an sich an. In einem Menschen steckt viel mehr als nur seine Herkunft. Man sollte den Menschen weder nur auf seine Herkunft noch auf andere Einzelaspekte seines Charakters reduzieren. In einer Komödie nimmt man aber natürlich genau diese Klischees und spielt auf eine liebevolle Art und Weise damit. Aber Komödien spiegeln ja meistens nur Teile der Realität wieder.

 

Also hatten Sie noch nie Probleme damit, zwischen zwei Kulturen zu stehen?

Ich kann mich ganz schwer auf zwei Kulturen aufteilen. Ich bin natürlich mit Kulturen und Werten groß geworden, bei denen ich jedoch nicht sagen kann wozu sie gehören. Deswegen stehe ich nirgendwo dazwischen.

 

Wird es Sie in Zukunft auch über Deutschland hinaus ziehen?

Sehr gerne, sowohl beruflich, als auch privat. Ich möchte gerne neue Kulturen kennenlernen, für eine gewisse Zeit in anderen Ländern leben und das natürlich im besten Falle mit meiner Arbeit verbinden.

 

Wohin soll es gehen?

Es wäre ein großer Traum, für eine Zeit im englischsprachigem Raum leben und arbeiten zu können. Ich liebe die englische Sprache. Aber ich muss sagen, dass ich auch in Deutschland sehr glücklich bin und hier sehr gerne lebe und arbeite. Für mich ist es wichtig, dass ich in meiner Zukunft weiter in dem Beruf als Schauspielerin arbeiten kann.

 

Was ja gerade bei Frauen leider immer noch schwierig ist. 

Es ist eine Katastrophe. Ich finde, dass es mehr interessante und starke Frauenfiguren im Film geben sollte. Man sollte sich weniger auf die Äußerlichkeit beschränken, sondern mit der inneren Schönheit einer Frau arbeiten.

 

Welche Altersgruppe meinen Sie spricht der Film an?

Bei Macho Man finde ich das relativ schwer zu beantworten. Der Film an sich ist spritzig und jung geschnitten. Die Leser des Romans dagegen gehören vermutlich eher zu dem mittleren Alterssegment. Im besten Falle spricht der Film also eine relativ breite Masse an. Ich glaube, dass wir da gespannt sein können.

 

INTERVIEW: THE WALK mit Joseph Gordon-Levitt und Robert Zemeckis zum Kinostart

Philippe Petit (Joseph Gordon-Levitt) will das Unmögliche wagen: einen illegalen Drahtseilakt zwischen den Türmen des World Trade Center. Unter der Anleitung seines Mentors Papa Rudy (Ben Kingsley) und gemeinsam mit einer bunt zusammengewürfelten Gruppe internationaler Helfer überwinden sie jede Menge Widerstände, Vertrauensbrüche, Meinungsverschiedenheiten und Risiken, um ihren verrückten Plan letztlich in die Tat umzusetzen.

Noch vor eigentlichem Kinostart hat sich flimmer.de mit Schauspieler JOSEPH GORDON-LEVITT und Meisterregisseur ROBERT ZEMECKIS zusammen setzen dürfen um über den Film und die damit zusammenhängenden Erfahrungen zu sprechen. Zum Trailer von THE WALK gehts hier!

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Robert Zemeckis in order to produce the THE WALK you had to fight for almost ten years. Why was it so difficult to get finances for these types of movies?

RZ: It’s very difficult to make any film that is not a presold title. Any unique story is almost impossible to be made. Right now it is just a phase that the industry is going through and is only interested in something that might not be as original.

Did the success of the documentary help?

RZ: I started this before the documentary was even released. It is a wonderful documentary and it tells the unique story of these people. The thing, of course, this documentary could never do was to show the final act, the walk. So it always felt to me that was the final climax of this amazing story to present in this film.

… and do you think THE WALK would work if the story was just made up?

RZ: If you don’t know anything about this story, you wouldn’t believe it. However, there comes a massive power of knowing that it is a real story and it unfolds bizarre caper that could have been foiled at every turn. The idea that it actually happened makes it very powerful. Plus the fact that it can never be done again makes it very powerful.

JGL how closely did you work with Philippe Petit:

JGL: Very closely! Philippe was the first one who taught me of how to walk on a wire. Not everyone who is good at doing something, is not necessarily good at teaching that thing, and so when he told me he would like to teach me I was immediately curious of how that would go. But it turned out that he is not just a great wirewalker, he is also a great teacher. And I think the heart of this is his optimism. He is so positive and he really believed I would be able to do it. And he convinced me and made me believe I could do it. And I think a big part of doing something is related to actually believing in it.

…and you have perfected it now?

JGL: Yeah, I can walk on a wire now. It is a little like riding a bike actually…It is the kind of thing you try and try and try and keep asking yourself how is this possibly ever going to work. But than eventually something finally clicks in your mind and body. But I am talking about doing it with the pole as this is the biggest part of how they can actually hold their balance on the wire.

Robert Zemeckis did you ever have a go on the wire?

RZ: No, because it is very painful. I have a very strange centre of balance. So if you look at Joe or Philippe their torso and their legs are the same size but my centre of gravity would make it very hard to learn to walk on the wire.

JGL how high did you dare to go?

JGL: To start off we just practised on one that is only a couple of feet off the ground. That way you can, if you loose your balance, step off and on again. By the end of my workshop with Philippe I was about six feet up in the air. Which is not very high, of course, but definitely too high to step off. When we started shooting the movie it went up to twelve feet up in the air and you can feel the rush and adrenaline and that actually helps in delivering a good performance.

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JGL what do you think, is the difference between a street artist and being an artist in Hollywood such as an actor?

JGL: Well, street artists can’t just do another take when they mess it up. Movie acting mostly happens in the mind whereas when you are performing in the streets you are playing towards people. This movie was kind of a blend of both. It was more like a theatrical performance; quite reminded me of old movies and I like old movies.

…would you say, walking on the wire there is a parallel to acting?

JGL: Yes, I would definitely say there are a lot of parallels between wirewalking and acting. It is a question of focus. Its on of the things Philippe actually taught me as walking on a wire is as much of a mental thing as it is of a physical thing. And if you are up there and your mind wanders and you start thinking “maybe I’m not good enough or maybe I will fall*, you will fall! And I actually experienced that if my mind would wander I would start loosing my balance. And this is the parallel to acting as once your mind wonders as soon as the camera is rolling, your performance will suck so as to wire walking you have to clear your mind of all those thoughts and just focus on the present moment.

How do clear your mind?

JGL: That is a good question. I think mainly it is about preparation and basically doing really good homework. And if I find myself fully prepared and involved in the story, the character and the situation than once the camera rolls it almost feels easy and effortless to put myself in that role.

JGL apart from learning of how to walk on the wire, how else did you prepare yourself?

JGL: It was definitely the french! Which took a lot of work and I have been studying french ever since I was a teenager and actually always kind of had a crush on the french language, french culture and particular the french cinema. And this was a really cool opportunity to dive into it and devote myself to getting better and had a lot of fun with it. My cast mates were really helpful with this as some were born and raised in Paris and they helped me a lot. They would record my french language lines so that I could listen to how they said it and just repeat it over and over again. French folks. I know it is usually kind of a cliché, but they tend to be very honest and that was good for my work with the french langauge. And I told them to be honest if it sounds kind of wrong to them, to please tell me. Thankfully they did and in exchange I helped them with their English. They both spoke with really thick french accents but as it is for a worldwide audience you want them to be able to understand their English so I helped them out and made sure their English was clear as much as they helped me that my french was.

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Robert Zemeckis what was your favourite scene in this movie?

RZ: There are different ones but one of my favourite parts in the movie was seeing Joes face when he was walking across the wire for the first time as he was not only acting but also celebrating his ability to walk on the wire. And that was as real as a performance can ever get. It was a magnificent moment.

 JGL do you benefit from your work as a director when working as an actor?

JGL: What you are doing when shooting on a movie set, you are giving the director the pieces that he or she needs to than go into the editing room and to than put together the movie. So, understanding that, allows me to be more helpful and make sure the director has what they need. Mr. Zemeckies was always very generous by including me in the process by explaining to me what he was thinking or how he was using the scene in the editing room. And that was very inspirational and educational for me but also helped me to give him what he needs.

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And what was the biggest difference between working with Christopher Nolan and Robert Zemeckis?

JGL: The movies I did for Chris were so different to the movie I did for Bob! Chris is all about underplay and everything is beneath the surface. Whereas Robert Zemeckis movies are reaching out a hand to the audience and taking them along for a ride.

How do you feel when you see the Twin Towers again in THE WALK?

RZ: I feel very proud of how our team recreated lower Manhatten and how it looked in 1974. The artist did a beautiful job.  The movie was always intended to be a loveletter to the Twin Towers. Our intention was always to celebrate something that was part of their history that was not tragic but human and artistic and uniting. People in New York didn’t like the towers but after Philippe put a wire between these towers, people started to look at them differently.

JGL: Well, the twin towers are such an evocative image to see and I was living in New York on 9/11 and I remember it well. So when I see the Twin Towers I think of that first, probably like everyone in the world. But I also think that with every tragic and loss it is good to remember the positive and the good about what you have just lost and remembering the positive was what we were trying to do with this movie.

THE WALK – ein einmaliges Kino-Ereignis in 3D und zugleich eine Liebeserklärung an das Paris und das New York der 1970er Jahre, aber vor allen Dingen an das unvergessliche World Trade Center. AB SOFORT IM KINO!

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INTERVIEW: DER MARSIANER – RETTET MARK WATNEY mit Regisseur Ridley Scott

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Wie kam es dazu, dass Sie Teil dieses Filmprojektes wurden?

Fox sagte zu mir: “Wir haben dieses Projekt, möchtest Du es lesen?” und ich sagte “Ja”, obwohl ich an etwas anderem arbeitete, woran ich jetzt immer noch arbeite: [‘Alien: Paradise Lost‘]. Ich las also die Adaption von ‘Der Marsianer‘ und sagte “Ich liebe es, ich mache es.” Dann traf ich mich mit Drew Goddard, dem Drehbuchauthor, und fragte: “Warum machst du es nicht?” — er ist ja Regisseur und hat einen sehr guten Film gedreht, ‘The Cabin in the Woods‘ — und er sagte: “Ich plane etwas anderes zu machen.” Ich hatte also Glück!

 

Wissen Sie, warum man Sie fragte? War es wegen der Größenordnung des Films oder weil Sie eine Vorliebe für Science Fiction haben?

Ich glaube, sie haben mich gefragt, weil ich ziemlich gut bin.

 

Wie hat sich das Drehen von Science Fiction-Filmen seit ‘Alien‘ verändert?

Sehr gering. In ‘Alien‘ gab es keine digitalen Effekte oder visuellen Effekte. Es gab handgefertigte Matte Paintings, wo immer wir sie brauchten. Die Landschaft musste echt sein. Das einzig Nützliche war die Frontprojektion, die Stanley Kubrick für ‘2001- Odyssee im Weltraum‘ benutzt hatte. Aber die brauchte ich nicht. Also im Prinzip war alles ‘handbetrieben‘ und echt. Heute wird alles unterstützt von digitalen Effekten, was viel teurer und sehr erfolgreich ist. Ich kann jetzt nicht mehr unterscheiden, ob ich eine Szene [aus ‘Der Marsianer - Rettet Mark Watney‘] am Set in Ungarn oder vor Ort in Wadi Rum gedreht habe. Ich weiß nicht mehr, was was war. Für einige komplexere Szenen — wie den Sturm — brauchte ich die Hilfe eines Sets.

 

Ist das Filmemachen durch die Möglichkeiten der Computereffekte für Sie leichter geworden?

Oh ja. Ich musste ja witzigerweise für ‘Alien‘ auch einen Sturm filmen. Und es war im Prinzip jede Menge Kram, der einem um die Ohren geblasen wurde. Aber es sah ziemlich gut aus.

 

Hat sich das Science Fiction-Genre seit damals auf der Ebene des Storytellings verändert?

Nicht wirklich. Ich tendiere zu Science Fiction-Geschichten mit einer realistischen Kernfrage. Das war ‘Alien‘ nicht. Ehrlich gesagt war ‘Alien‘ ein sehr gut gemachter B-Movie. Und ich hatte das Glück H.R. Giger zu finden mit seiner Kreatur, die wirklich spektakulär und — damals — anders war. Danach gab es viele Nachahmungen, die aber die daran heranreichten. Ansonsten — nein, heute ist es genau so einfach oder sogar einfacher als damals mit der digitalen Unterstützung.

 

Hat sich ihre Perspektive auf Science Fiction verändert?

Ich tendiere zu Projekten mit einem realistischen Ende in Sicht. In ‘Prometheus‘ geht es um die Frage “Wie wurden wir erschaffen, wo kommen wir her?” — das sind interessante Fragen. [Alien: Paradise Lost] ist der nächste Schritt.

 

Werden die Fragen, die in ‘Prometheus’ unbeantwortet blieben, in der Fortsetzung beantwortet?

Nein, weil ich noch zwei weitere Filme machen muss, bevor wir bei ‘Alien‘ angelangen. Diese Filme kommen also durch die Hintertür. Wir versuchen herauszufinden, wer diese furchtbaren Dinger, genannt Aliens, erschaffen wollen würde und warum. Ich denke, sie sind Waffen.

 

In diesem Film gibt es sehr schicke Astronautenanzüge. Hat die NASA bei Ihnen schon nach ein paar Tipps für ihre zukünftigen Anzüge gefragt?

Das ist lustig, ja. Es ging nach dem Motto, “Wenn du mir deins zeigst, zeig ich dir meins”. Sie wollen etwas verändern, weil sie wissen, dass ihre Anzüge nicht sehr sexy sind. Es gab einige Fortschritte bei der Materialentwicklung und sie werden bald enganliegender sein. Ich glaube, sie mögen meine Anzüge sehr.

 

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War der Prozess schwieriger, weil Sie mit Matt Damon in vielen Szenen nur einen Protagonisten hatten?

Proben sind für mich immer gleich: man setzt sich in Ruhe hin und spricht. Man geht Seite für Seite durch das Drehbuch und diskutiert die einzelnen Szenen. Was ist das Resultat, was ist das Ziel? Ist etwas witzig oder angsteinflößend? Man geht alles sehr kategorisch durch. Dann gehen wir beide unserer Wege, er denkt darüber nach und später gibt es mehr Diskussionen. Und Schritt für Schritt nähert man sich dem Tag, an dem es losgeht. Es läuft immer sehr ähnlich ab.

 

Denken Sie, Sie sind ein guter ‘Anführer’ am Set sind?

Absolut. Muss ich sein.

 

Sie wissen sicher, dass es Regisseure gibt, die nicht gut darin sind?

Das weiß ich sehr wohl, ich produziere ja vieles. Ich habe keinen Film gedreht, bevor ich 40 Jahre alt war. Zu dem Zeitpunkt war ich schon ein Geschäftsmann. Ich habe mein Handwerk durch die Jahre in der Werbebranche gelernt. Als ich meinen ersten Film ‘Die Duellisten‘ drehte, hatte ich bereits für das Drehbuch bezahlt, finanzielle Mittel gesichert und keine zusätzlichen Kosten. Es wurde wie ein Geschäft gehandhabt.

 

Sie werden auch ‘Blade Runner 2‘ mit Harrison Ford produzieren. Warum führen Sie da nicht Regie?

Mir fehlt die Zeit, ich kann nicht zwei Sachen machen. Wir stecken für [‘Alien: Paradise Lost‘] in der Vorproduktion. Aber ich konnte Harrison [für ‘Blade Runner 2‘] gewinnen und letztendlich arbeitete er für zwei Jahre am Drehbuch mit. Und ich denke, [Regisseur] Denis Villeneuve ist eine gute Wahl.

 

Sind Sie auch in das Alien-Projekt von Neill Blomkamp mit Sigourney Weaver involviert?

Ja, muss ich sein. Und ich mache alles gerne, was Sigourney hilft.

 

War es Ihnen für diesen Film wichtig, mit der Figur von Jessica Chastain einen starken weiblichen Charakter zu haben?

Nein, nicht wirklich. Ich denke, dass das heute einfach normal ist. Damals war ich mir nicht bewusst, was wir für eine Aufregung auslösen würden. Aber wir kreierten die erste weibliche Heldin. Darüber hatte ich vorher gar nicht nachgedacht. Das war nicht berechnend. Ich dachte einfach: “Hey, sie ist interessant. Sie ist 1,80m groß und kann mich von den Füßen holen. Sollte sie nicht Ridley sein?” — das war’s, sie stellte sich als großartig heraus.

 

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Würden Sie persönlich einen Comicverfilmung machen wollen?

Oh ja, ich wuchs ja mit Comics auf. Ich denke aber, dass das sehr schwierig ist. Übrigens war ‘Blade Runner‘ ursprünglich auch ein Comic.

 

Wie entscheiden Sie, ob Sie einen Film nur produzieren oder Regie darin führen wollen?

Es ist so, wie ein guter Antikhändler zu sein: man muss bereit sein, seinen Lieblingstisch zu verkaufen.