GÄNSEHAUT: Interview mit JACK BLACK

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Wovor fürchtest du dich?

Da wäre zum einen President Trumpenstein, ein furchterregendes Monster, von dem du vielleicht gehört hast. Und zum anderen die Tatsache, dass meine Jungs bald zu Teenagern werden. Außerdem ist es ein furchterregender Gedanke, dass sich vielleicht niemand meinen Film anguckt. Das hält mich nachts wach.

 

Aber das brauchst du nicht mehr, in den USA ist der Film erfolgreich gelaufen.

Ja, aber jedes Territorium hat seine eigenen Schrecken. So ist es im Leben, man sorgt sich immer über das, was als nächstes kommt.

 

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Musstest du deinen Kindern erklären, was eine Schreibmaschine ist?

Nein, sie haben Schreibmaschinen in Filmen gesehen (lacht). Sie wollten unbedingt eine haben, nachdem sie den Film gesehen haben. Und sie haben eine bekommen, denn meine Jungs sind sehr verwöhnt, bekommen was immer sie wollen. Sie wünschen es und “Paff!” — die Schreibmaschine erscheint. Sie haben einen guten Geschmack für Schreibmaschinen, haben alte, antike Exemplare.

 

Macht es dir mehr Spaß, lustige oder fiese und böse Charaktere zu spielen, wie in Gänsehaut?

Ich spiele gern verschiedene Charaktere, die ich vorher noch nicht gespielt habe – deshalb hat dieser Film Spaß gemacht. Und als ich das Skript las, hat mich der Charakter wirklich angesprochen. Ich hatte schon seine Stimme im Kopf und ich wusste, was ich damit machen wollte. Denn normalerweise spiele ich den sympatischen Loser, wie in ‘School of Rock’. Dieses mal war es eher ein unsympatischer Gewinner — ein sehr erfolgreicher Author mit einem brilliantes Hirn, aber einem dunklen Geheimnis. Das waren coole, spaßige Facetten, die ich bisher noch nicht gespielt hatte. Ich weiß, wie es ist, wenn man sich vor der Öffentlichkeit und seiner Prominenz verstecken will! Darum geht es bei R.L. Stine in diesem Film. Er will auch keine Selfies machen, fühlt eine starke Rivalität zu Stephen King.

 

Hat Stephen King sich zu dem Film geäußert?

Nein, es war ja nur ein Gag — wenn überhaupt, ein Kompliment, wir ziehen den Hut vor dem Meister. Mein Lieblingsfilm ist ‘The Shining’ mit Jack Nicholson, das ist so ein guter Film. Interessanterweise mochte Stephen King scheinbar genau diesen Film nicht – den besten! Ich glaube, er mochte ihn nicht, weil Kubrick sich viele Freiheiten genommen hat. Das würde mich auch wütend machen, wenn jemand das mit meinem Text machen würde.

 

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Wie hast du die Rolle bekommen, du siehst ihm ja nicht sehr ähnlich?

Sie haben nicht nach jemandem gesucht, der ihn exakt verkörpert — da gibt es Leute, die das viel besser hätten machen können. Ich habe mir diese Rolle wirklich geschnappt. Es war nicht so, dass sie sich um mich bemüht haben. Ich las das Drehbuch, weil mein Freund Rob Letterman Regie führte. Und ich wollte die Rolle wirklich und bekam sie. Aber ich musste nicht vorsprechen.  Aber ich ging zum Studio und erklärte ihnen, warum ich dachte, dass ich super für die Rolle wäre.

 

Wie schwierig war es, sich die ganzen computergenerierten Figuren am Set vorzustellen?

Ich hatte von ‘King Kong’ etwas Erfahrung, das war alles Vorstellungskraft — Andy Serkis war da mit diesen Tischtennisbällen überall am Körper, das war nicht sehr furchteinflößend. Also gab es in jeder Szene in diesem Film CGI. Außerdem ist es das, was Kinder machen. Alle Kinder stellen sich vor, dass Monster in ihrem Zimmer sind, laufen immer vor ihnen davon. Das fällt mir sehr leicht. Ich mag es mit Dingen zu schauspielern, die nicht da sind. Kein Problem, easy! Soll ich es vormachen? “Oh mein Gott!” (duckt sich hektisch) Es ist die gute alte “was wäre, wenn”-Techik: “Was wäre, wenn da eine Schlange wäre?”

 

Mag R.L. Stine den Film?

Er liebte ihn. Es ist beim ihm wichtiger, dass er den Film mochte, als bei allen Kritiker zusammen. Ich war sehr nervös und bei ihm, als er ihn zum ersten Mal sah. Muss sehr nervig für ihn gewesen sein, weil ich ihn die ganze Zeit anstarrte. Er lachte aber immer an den richtigen Stellen und ich konnte sehen, dass er wirklich zufrieden war. Wir haben nämlich den Ton der Bücher getroffen und das ist das, was man erreichen möchte — für all die Leute, die sie als Kinder gelesen haben und jetzt erwachsen sind. Ich denke, wir haben es gut hinbekommen.

 

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Wann begannst du ich Jack Black zu nennen? Das kommt von Jacob, oder?

Genau, Thomas Jacob Black. Das war einfach nur ein Spitzname, den meine Eltern mir sehr früh gaben. Und ich mochte meinen Spitznamen lieber als meinen echten Namen, weil es sich reimte. Ich konnte schon in jungem Alter feststellen, dass es ein guter Bühnenname ist. Er hat einen guten Klang. Ich dachte: “Die Leute werden sich an ‘Jack Black’ erinnern”. Also nam ich den.

 

Habt ihr Gartenzwerge zu Hause?

Nein, besonders jetzt nicht mehr.

 

Andere verrückte Sachen?

Wir haben viele Kunstwerke an unseren Wänden. Meine Jungs haben einige Sachen gezeichnet, es ist wie eine Galerie ihrer Kunstwerke. Sie sind sehr lustig, tragen aber auch eine Düsternis in sich. Mein Siebenjähriger mag Aliens und andere unheimliche Kreaturen. Und Sammy, der neun Jahre alt ist, ist sehr kreativ und hat ein atemberaubendes Gemälde angefertigt und sagte: “Das ist das, was in den Hintern der Leute passiert”. Er war sehr jung, fünf Jahre alt, als er das malte. Aber es ist sehr wissenschaftlich — es zeigt die Kacke in den verschiedenen Bereichen des Hinterns. Er ging sehr wissenschaftlich vor, dachte sich aber alle Bezeichnungen aus: “Das ist der… Nektar und das …” — ich weiß es nicht mehr. Aber wir hingen es im Bad auf, damit alle Gäste sehen können, was sie dort laut Sammy so machen.

 

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Wird es ein Gänsehaut 2 geben?

Ich habe keine Ahnung. Ich habe aber eine Idee: es gibt einen konkurrierenden Author, der auch eine magische Schreibmaschine hat. Vielleicht wäre es eine Person, die — wie R.L. Stine — auch zwei Buchstaben in ihrem Namen hat, wie … J.K., vielleicht? Und dann heißt es: Monster gegen Zauberer. Und wir stehen dann in Konkurrenz um Buchverkaufszahlen. Aber unsere Monster kämpfen auch gegeneinander. Ist das nicht brilliant? Bitte geh’ sicher, dass du das als meine Idee aufschreibst! Ich habe schon das Poster vor Augen, mit mir und J.K. Rowling — und unsere Monster kommen aus den Schreibmaschinen heraus! Aber wer würde J.K. spielen? Es könnte nicht sie selbst sein, wir müssten jemand anderes finden — aber das würde sie wahrscheinlich nie unterschreiben …

 

Kannst du uns sonst etwas über deine kommenden Projekte erzählen?

Ich habe einen Film über einen Polkasänger, den ich machen möchte, eine wahre Geschichte. Und ich sprach vor kurzem mit Jackie Chan — und er sagte, dass er einen Film mit mir machen würde, wenn ich eine Idee bekommen würde. Und das mache ich hier und jetzt: ich denke, wir zwei werden einen Hamburgerstand aufmachen, aber er hat ein dunkles Geheimnis: er war ein Auftragskiller in China! Er hat dieses Leben hinter sich gelassen, aber es holt uns beide und unseren Hamburgerstand wieder ein. Er wird wieder hineingezogen, und ich mit ihm…! Klingt spannend, oder? Der Film heißt “Cheeseburger” — das Sequel: “Doppelcheeseburger”. Da hab ich jetzt quasi die ganze Story erzählt! Es wurde noch nicht aufgeschrieben, schreibt sich aber wie von selbst. Ich brauche nur eine magische Schreibmachine. Es gibt auch ein ‘Tenacious D’-Projekt, wir schreiben an einem Animationsfilm. Und dann werde ich mich glaube ich zur Ruhe setzen und mich darauf konzentrieren, Hamburger zu machen.