ROBINSON CRUSOE: Interview mit Aylin Tezel, Cindy aus Marzahn und Matthias Schweighöfer

‘Robinson Crusoe’ ist nach Hits wie ‘Das magische Haus’ und ‘Sammy’s Abenteuer’ der nächste Streich des belgischen Animationsstudios ‘nWave Pictures’. In der Neuerzählung der klassischen Geschichte übernehmen Aylin Tezel und Cindy aus Marzahn die Stimmen zweier tierischer Inselbewohner, Matthias Schweighöfer spricht den titelgebenden Hauptcharakter. Flimmer sprach mit ihnen im Interview.

ROBINSON CRUSOE

 

Wie seid ihr an eure Sprechrollen herangegangen?

Aylin: Also der erste Schritt war ganz intuitiv: ich habe das Stachelschwein gesehen und kam sofort eine Stimme aus mir herausgepurzelt, die ich ausprobiert habe. Dann hat der Regisseur im Tonstudio sofort gelacht und fand’s gut. Und dann wussten wir schon, es geht in die richtige Richtung und er hat dann angefangen mich zu inszenieren: “trau dich noch kindlicher zu werden”, “mach’s hier noch aufgeregter” usw., so haben wir uns dann zusammen diesen Charakter erarbeitet.

Cindy: Ich habe das Bild geschickt bekommen und gesagt: “Ich bin froh, dass das kein Hängebauchschwein ist”. Und dann bin ich dahingefahren — ich hab ja erst einmal synchronisiert in meinem Leben. Ich mach mir da nicht so viele Gedanken drüber. Wenn du zu verkrampft bist, dann ist das alles zu viel. Der Regisseur hat super Arbeit geleistet, hat gesagt “mach so und so” und dann hat man das so gemacht.

Matthias: Ich synchronisierte ja das erste Mal einen Menschen. Und das Schöne ist, dass man den nicht auf vier oder sechs Jahre sprechen muss. Das war halt einfach ein Typ zwischen 20 und 30.

 

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Aylin und Cindy: Was habt ihr mit euren tierischen Charakteren gemeinsam?

Aylin: Was wir glaube ich gemeinsam haben, ist, dass ich als Kind wirklich sehr schüchtern war, was ‘Epi’ ja auch hat. Also das kenne ich, da konnte ich mich ganz gut reinfinden.

Cindy: Ja, ich bin nicht so schreckhaft, außer wenn eine Tür knallt und du liegst gerade auf dem Sofa … oder ein Fenster fliegt auf.  Ansonsten teilen wir eine Menge — also, außer, dass ich nicht so viel Obst esse …

Matthias: Also, wenn ich ein Tier gesprochen hätte, wäre ich definitiv eine von den fiesen Katzen geworden. Die machen wahrscheinlich am meisten Spaß.

 

Welche Eigenschaften habt ihr, die euch auf einer einsamen Insel helfen würden?

Aylin: Oh Mann — also ich hab schon mal geangelt (lacht). Das könnte also versuchen — ich bin ja eigentlich Vegetarierin, esse aber Fisch. Deswegen würde ich mich aber auf jeden Fall auch gut mit anderer Nahrung über Wasser halten. Und ich hätte richtig Lust, mir ein Bamhaus zu bauen. Ich wollte schon immer eins haben, aber mir hat nie jemand eins gebaut — das wird also Zeit (lacht). Da würde ich mich ranmachen — bin in sowas, glaube ich, nicht begabt (lacht). Aber das müsste ich dann halt lernen. Und im besten Fall würde ich dann auf der Insel ein paar Freunde finden.

Cindy: Ich möchte da ja nicht hin. Aber ich habe ja so eine Hartnäckigkeit, kann Sachen herauskriegen, wenn ich etwas wissen will. Ich würde aber vielleicht auch nur andere damit in den Wahnsinn treiben. Wenn du so akribisch irgendwas bis zu einem bestimtmen Punkt machen musst. Aber ich möchte nicht auf eine einsamel Insel …

Matthias: Ich bin handwerklich nicht wirklich begabt. Ich wüsste, wie ich Süßwasser bekomme, Essen müsste man sich antrainieren. Aber um ein Haus zu bauen … naja, da würde man wahrscheinlich erfinderisch werden.

 

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Papagei ‘Dienstag’ sucht das große Abenteurer. Wo und wie macht ihr am liebsten Urlaub? Eher Rucksack- oder Cluburlaub?

Aylin: Ich habe noch nie einen Rucksackurlaub gemacht. Aber ich bin jetzt auch kein typischer Strandurlauber. Ich habe letztens einen Urlaub gemacht und habe dann zweieinhalb Wochen jeden Tag gesurft und fand das super. Ich brauche also immer ein bisschen Action, Bewegung und Sport im Urlaub. Aber ich brauch’s vor allem auch warm.

Cindy: Ich fahr schon gern an die Ostsee oder auch zu Mutti, in den Garten. Weil wenn ich acht Stunden im Flieger sitzen müsste, um irgendwo hinzukommen, wo es warm ist — und das im Sommer, wenn hier 34 Grad sind. Da fahr ich zu Mutti in den Garten. Und dann setz ich mich auf die Hollywoodschaukel und finde das schön.

Matthias: Ich war mal der Abenteurer — aber aus Erfahrung buche ich mittlerweile, wenn die Kinder dabei sind, etwas Abgeschirmteres und Sichereres. Das heißt, es könnte auch mal pauschaler werden.

 

Welche Filme oder habt ihr als Kind gemocht?

Aylin: Zwei Filme, die ich geliebt habe, waren ‘Arielle’ und ‘Die Schöne und das Biest’. Da haben mich die Liebesgeschichten fasziniert, weil es bei beiden so Liebe zwischen zwei Welten war, die eigentlich gar nicht zusammenpassen. Diese Filme konnte ich mir jede Woche angucken.

Cindy: Wir hatten zu Ostzeiten natürlich ‘Drei Haselnüsse für Aschenbrödel’, der wurde hoch- und runtergeguckt. Dann hast du russische Märchen gehabt, die immer sonntags liefen und was ich als ganz toll fand zu gucken — und das war es dann auch schon. Natürlich gab es auch noch andere Sachen, aber die fallen mir jetzt gerade nicht ein …

Matthias: Meine Hauptzeit habe ich ja im Osten verbracht, deswegen war es nicht so viel — russische Märchen, ‘Der kleine Maulwurf’ — und russische Märchen. Oder halt Märchen aus den DEFA-Studions aus Potsdam – Babelsberg.

 

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Matthias, letztes Jahr kam heraus, dass du mit Cindy aus Marzahn an einem Film über ihr Leben arbeitest. Ist das noch aktuell?

Matthias: Wir sind am Schreiben und Entwickeln.

Cindy: Das erzählt er überall, aber ich habe da noch nichts Schriftliches gesehen! Bin mal sehr gespannt, freue mich auf jeden Fall sehr darauf.

 

Was ist das besondere an der Geschichte und was für ein Film wird es: eine Doku?

Matthias: Es ist ja die Geschichte “vom Tellerwäscher zum Millionär” — aber was da alles passiert, ist, wissen die meisten Leute gar nicht. Da wird das Kino in die Knie gehen. Das ist wirklich sehr, sehr lustig. Und sagen wir so: wenn man sich irgendwo dran orientieren würde, wäre das bei uns ’8 Mile’.

 

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Matthias, du stehst derzeit wieder mit Til Schweiger vor der Kamera für ‘Vier gegen die Bank’. Wie laufen die Dreharbeiten?

Matthias: Gut! Es macht Spaß mit Wolfgang. Es ist lustig, einfach irre. Es ist immer lustig, was der so für Storys von Harrison Ford und Gary Oldman erzählt. Wir drehen jetzt gerade alle etwas separater und sehen uns nicht mehr so viel. Aber ich bin mal sehr gespannt — gestern habe ich mal wieder Tränen gelacht.

 

In was für Kinofilmen wird man euch demnächst noch sehen? Und Cindy, würdest du gern noch mehr für das Kino machen?

Cindy: Das kommt immer darauf an, was man macht. Ich könnte jetzt nicht die Theatralische, Sterbende spielen — aber ansonsten, klar! Wenn irgendeiner fragt “Hast du Bock?”, dann muss man darüber reden, was das ist. Und wenn mir das gefällt, dann mach ich das dann auch.

Aylin: Mich wird man im März in dem ARD Film ‘Die Informantin’ sehen, einem Dreiecks-Liebes-Thriller wie ich ihn mal nennen würde, mit Ken Duken und Susanne von Borszody. Das Jahr lasse ich entspannt auf mich zukommen, es gibt es schon Dinge in Aussicht, aber ist es noch nicht klar, was davon klappen wird.

Matthias: Ich bereite gerade ein großes Projekt vor für den Sommer, aber da kann ich noch nicht viel drüber sagen. Da muss erstmal die Unterschrift drunter. Und parallel bereite ich einen Film im Januar in Kapstadt vor.